Tod der Macht!

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In der Nacht 23./24. Juni gingen die Scheiben des Lokals der PS in der rue Ernest Lefèvre in Brüche. Auf den grauen Mauern ist ein schöner Satz (ein Versprechen?) erschienen: «Tod der Macht!». Dieselben Scheiben wurden schon im Mai 2012 eingeschlagen, kurz vor der Wahl von Hollande (damals mit den Schriften «Nieder mit dem Staat» und «Zerstören wir die Macht»). Donnerstag 4. Juli kommt der PS-Sitz in der rue Leopold Bellan (II.) dran, aber dort sind die Scheiben solide und widerstehen den Schlägen. Sonntag 29. Juli Nachmittag schlägt ein Junge die Scheiben des PS-Büros in der rue Dausmenil (XII.) ein, liess sich aber leider von den Bullen fangen. Schliesslich (bis jetzt…) werden in der Nacht 20./21. August vier Büros angegriffen. Das in der Lefèvre und das in der Passage Brady erhalten die Schrift «Abschieber von Sanspapiers». Die Treffs des PS des III. (40, rue Charlot) und des XVIII. Arrondissement werden angegriffen und ebenfalls beschriftet, als Zugabe werden ihnen die Schlösser verklebt.

Eindeutig, die Macht ist nicht beliebt, nicht einmal die sozialistische. Die Hälfte der PS-Lokale der Hauptstadt wurden im letzten Jahr beschädigt, obwohl sie seit Januar schärfer überwacht werden. Dann der Witz, Ende August verkündet der Staat ein noch stärkeres Überwachungsdispositiv bzw. einige armselige kleine Patrouillen für alle sozialistischen Räumlichkeiten der Megalopolis, natürlich nix um die Ausdrücke der Wut zu verhindern…

«Die Lokale der republikanischen politischen Parteien angreifen, ist die Republik und die Demokratie selbst angreifen», klagte Ende Juni F. Calandra, der sozialistische Bürgermeister des XX. Arrondissements. Genau.

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Üb. mc, Knast Bostadel, CH-Menzingen aus franz.

Aus Lucioles, Bulletin anarchiste de Paris et sa region (Glühwürmchen, anarchistisches Bulletin von Paris und Umgebung), Sept. 2013, N.11

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